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Bodenseeradtour



Radtour zum Bodensee

Die Idee für diese Fahrradtour reifte in unseren Köpfen, Norbert`s und meinem, als wir gerade im Sommer 2006 auf einer kleinen Radtour in der Nähe unterwegs waren. Wir überlegten uns spaßeshalber, doch mal zur Nordsee oder in die Alpen zu fahren. Doch, schlau wie wir waren, wurde uns schnell klar, dass uns konditionell gesehen noch einiges fehlte.


So beschlossen wir, es bei einer Radtour bis zum Bodensee zu belassen, was ja auch nicht gerade kurz ist, und was auch auf keinem Fall so leicht zu bewältigen sein würde, was sich später herausstellen sollte.


Dass die konkrete Planung sehr kurzfristig ausfiel, lag daran, dass uns bis 1 Woche vor Beginn das nötige Kartenmaterial fehlte und dass Timo W. zuerst zugesagt hatte, dann aber doch wieder absprang. Das hatte aber auch den Vorteil, dass wir den Beginn doch noch kurzfristig um 2 Tage auf den 1.August 2001 verschieben konnten.


Nachdem es dann trotz einiger kleinen Probleme (Zimmer am Bodensee finden) dann losging, freuten wir uns auf 3 anstrengende Tage, die uns unsere körperliche Belastungsgrenzen aufzeigen sollten.


Der 1. Tag, dem wir in weiser Voraussicht die längste Distanz zuteilten, begann mit schönem Wetter. Wir brachen um 6 Uhr in der Frühe auf, um einen großen Teil schon in der Morgenkühle zu bewältigen. Und tatsächlich, bis es so richtig warm wurde, langten wir schon in Ellwangen an. Doch dann in der Mittagshitze mussten wir die östlichen Ausläufer der schwäbischen Alb überqueren. Danach konnte man unsere T-Shirts beinahe auswringen. Doch wo es bergauf geht, geht es normalerweise auch bergab. Auf der Abfahrt nach Aalen kamen wir auch am Tiefen Stollen vorbei, einem stillgelegten Bergwerk, das nun als Touristenattraktion dient.


Als wir dann gegen 16:00 Uhr im Etappenziel Heidenheim ankamen, konnten wir beinahe nicht mehr auf dem Sattel sitzen. Das war dann aber zum Glück auch das einzigste Problem. Wir belegten unser Zimmer in der Jugendherberge in  Heidenheim und wollten dann eigentlich noch in ein Schwimmbad gehen. Doch leider hatte dieses Schwimmbad gerade in dieser Woche geschlossen. Das nennt man Pech! So sahen wir uns dann noch ein bißchen in Heidenheim um, welche aber eher eine der weniger schönen Städte ist und gingen danach zeitig zu Bett, um für den nächsten Tag, der als wärmster Tag des Jahres bis dahin angekündigt wurde, fit zu sein.


Am 2. Tag, nach dem Frühstück, brachen wir auf, um uns auf den Weg nach Biberach zu machen, in dessen Nähe unser zweites Etappenziel liegen sollte.
Da die Ankündigung des Wetterberichts wahr wurde, wurde dies der härteste der 3 Tage. Ziemlich schnell wurde es sehr warm und so schwitzten wir im Angesicht der "Hügel" (zt. mit 16% Steigung, zum Glück "nur" Hügel") Blut und Wasser.


Einen Grund zur Pause stellte die Stadt Ulm dar, die wir an diesem Tage zu durchqueren hatten. So besichtigten wir das Donaustadion und das Ulmer Münster, das mit 161 die höchste Kirche der Welt ist. Danach ging es aber ziemlich zügig weiter, da wir bis Biberach noch einiges an Strecke zurückzulegen hatten. Nachdem wir uns aus dem Donautal entfernten, geschah es, dass wir uns verfuhren. Doch nicht, wie man denken sollte im negativen Sinne, nein, wir brachten es fertig, uns sozu verfahren, dass wir geradewegs auf einen Baggersee stießen, dessen Wasser so klar war, wie das des Gardasees (Vergleich mit Toskana2001). So ein Sprung ins kühle Nass kann bei 37° im Schatten wirklich gut tun. Besser konnte man sich gar nicht verfahren. Und in einem Ort in der Nähe war es uns dann auch gelungen, unseren Radweg zu finden und mit frischer Kraft die Etappe zu vollenden, die sich dann aber doch noch länger zu erstrecken schien als wir geplant hatten. So kamen wir um 20:00 Uhr doch ziemlich erschöpft in unserem Etappenziel in Muttensweiler an.
An diesem Tag schafften wir einen Getränkeverbrauch von sage und schreibe 8 Litern! Nach einem zünftigen Abendessen fanden wir dann Gelegenheit, uns auszuruhen und uns von den Strapazen dieser Etappe zu erholen, die wohl die schwerste dieser Tour war.


Am nächsten Tag ging es trotz einiger Anzeichen von Schwäche und trotz einiger Wehwehchen (Knie, Po, Nacken) auf die letzte Etappe zum Bodensee, genauer bis Langenargen. Diese Etappe ging dann bei mäßigem Wetter doch ziemlich locker zu fahren und es waren auch nicht mehr solch steile Steigungen zu bewältigen. Um 17:00 Uhr kamen wir dann auch in Friedrichshafen am Bodensee an. Glücklich darüber, endlich am Ziel zu sein, sahen wir uns gleich mal den Zollhafen und den leider im Nebel hängenden Bodensee an. Doch leider fing es dann an, wie aus Kübeln zu schütten. So machten wir uns nach ca. 15 min. des Hoffens auf ein Ende des Regens auf, um die letzten 12 km nach Langenargen hinter uns zu bringen. Dort bezogen wir nach einigen kleinen Schwierigkeiten unser Quartier. Doch vorher mußte ich einfach noch das erledigen, auf was ich mich die ganze Fahrt über gefreut hatte : im Bodensee baden. Das ließ ich mir auch nicht durch das schlechte Wetter vermiesen. Erstaunlicherweise war das Wasser gar nicht so kalt wie vermutet. Nachdem das erledigt war, fuhren wir zu unserer Ferienwohnung, die etwas außerhalb lag und vesperten dort unsere Hähnchen, die wir klugerweise vorher noch gekauft hatten.


Am nächsten Tag schauten wir uns dann bei schönem Wetter noch den Hafen von Langenargen an und machten uns dann völlig geschafft aber trotzdem froh, dass alles so gut geklappt hat mit dem Zug auf den Heimweg.







Last update:  13:14 16/01 2010